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Windows 10

Windows 10 LTSC: wann das für einen Betrieb der richtige Weg ist

LTSC kommt meistens als Rettungsidee ins Gespräch. „Da gibt es doch dieses Windows, das länger läuft."

Das stimmt, und es ist trotzdem selten die Antwort, die jemand sucht. LTSC ist die richtige Antwort für sehr wenige Geräte und die falsche für fast alle anderen. Der Unterschied zwischen beiden lässt sich in zwei Sätzen sagen.

Stand: 17.09.2026

Wofür LTSC gemacht ist

Microsoft schreibt es selbst hin, sinngemäß: Der Long-Term Servicing Channel ist nicht dafür gedacht, auf den meisten oder allen PCs einer Organisation eingesetzt zu werden. Die LTSC-Edition von Windows ist eine Einsatzmöglichkeit für Geräte und Umgebungen mit besonderem Zweck. Diese Geräte erledigen meist eine einzige wichtige Aufgabe und brauchen Funktionsupdates seltener als andere Geräte in der Organisation.

Übersetzt in einen kleinen Betrieb: der Rechner an der Fräse. Der Messplatz. Die Kasse. Das Terminal, auf dem seit sieben Jahren dasselbe Programm läuft und sonst nichts.

Für Büroarbeitsplätze ist LTSC der falsche Weg. Edge und die mitgelieferten Windows-Apps fehlen. Microsoft, sinngemäß: Auch Microsoft Edge und die mitgelieferten Windows-Apps sind nicht enthalten. Wer damit Schreibtische ausstattet, baut sich über Jahre eine zweite Welt neben den Rest der Firma.

Welche Wege es für Bürorechner ohne Windows 11 gibt, steht in einem eigenen Text.

Das BSI sieht LTSC übrigens genauso als Sonderfall. In seiner Empfehlung, von Windows 10 wegzugehen, steht ausdrücklich:

„Eine Ausnahme stellen nur einige wenige für den Unternehmensbereich konzipierte LTSC-Varianten von Windows 10 dar."

Nachzulesen in der BSI-Pressemitteilung vom 14.07.2025.

Die Falle steckt im Namen

Wenn Ihnen jemand LTSC vorschlägt, ist die wichtigste Frage: welche Fassung genau.

Denn zwei Produkte tragen fast denselben Namen und unterscheiden sich um fünf Jahre.

Fassung Letzter Tag mit Updates
Windows 10 2016 LTSB und IoT Enterprise LTSB 201613.10.2026
Windows 10 Enterprise LTSC 2019 und IoT Enterprise LTSC 201909.01.2029
Windows 10 Enterprise LTSC 202112.01.2027
Windows 10 IoT Enterprise LTSC 202113.01.2032
Windows 11 Enterprise LTSC 202409.10.2029
Windows 11 IoT Enterprise LTSC 202410.10.2034

Alle sechs Zeilen sind am 17.09.2026 einzeln auf der jeweiligen Microsoft-Lifecycle-Produktseite abgelesen. Angegeben ist dort jeweils ein Tabellenwert in pazifischer Zeit, der auf den Folgetag rutscht. Hier steht der letzte Tag mit Updates.

Enterprise LTSC 2021 und IoT Enterprise LTSC 2021 sind dieselbe Windows-Fassung. Die eine ist in wenigen Monaten am Ende, die andere läuft bis 2032. Wer das verwechselt, kauft sich vier Monate statt fünf Jahren.

Für LTSB 2016 gibt es am 13. Oktober keine Kaufoption

Das ist der härteste Satz in diesem Text.

Die Verlängerung, die es für normales Windows 10 gibt, gilt hier nicht. Microsoft, sinngemäß: Die Long-Term-Servicing-Fassungen von Windows 10 (LTSB/LTSC) haben eigene Lebenszyklen und sind vom Windows-10-ESU-Programm NICHT abgedeckt.

Ein LTSB-2016-Gerät hat nach dem 13. Oktober 2026 also null Tage Puffer. Kein Jahr 1, kein Jahr 2, nichts gegen Geld.

Was gilt, wenn so ein Gerät ohne Updates weiterlaufen muss, steht in unserem Text dazu.

Das passt technisch zusammen. LTSC 2021 entspricht Windows 10 Version 21H2 und nicht 22H2. Und 22H2 ist genau die Voraussetzung für die Verlängerung.

Wenn bei Ihnen irgendwo LTSB läuft, ist das der Termin, den Sie zuerst in den Kalender schreiben. Nicht den für die Bürorechner.

Was Sie selbst nachsehen können

  • Auf jedem Sonderrechner winver ausführen. Steht dort LTSB oder LTSC, und aus welchem Jahr?
  • Bei jedem Fund klären, ob es Enterprise oder IoT Enterprise ist. Das entscheidet über 2027 oder 2032.
  • Beim Maschinen- oder Gerätehersteller nachfragen, welche Windows-Fassung er freigibt. Bei Maschinenrechnern liegt die Lizenz oft beim Maschinenhersteller und gar nicht bei Ihnen.

Diese dritte Frage spart am meisten Ärger. Wir haben es mehr als einmal erlebt, dass ein Betrieb einen Rechner tauschen wollte, der ihm lizenzrechtlich nie ganz gehörte.

Was wir zu LTSC sagen und was wir nicht sagen

Wir prüfen mit Ihnen, ob ein Gerät überhaupt in diese Kategorie gehört, und schlagen die Laufzeit an der Herstellerseite nach, statt sie aus dem Kopf zu nennen.

Was wir nicht tun: Ihnen am Telefon sagen, was eine LTSC-Lizenz kostet oder über welchen Weg Sie sie bekommen. Für beides gibt es bei Microsoft keine öffentlich belegbare Angabe, und die naheliegende Seite war am 17.09.2026 nicht erreichbar. Wo wir nichts nachschlagen können, raten wir nicht.

Und noch eine Ehrlichkeit: Für ein einzelnes Gerät an einer Maschine ist LTSC oft der aufwendigere Weg, verglichen mit einer sauberen Abtrennung des Geräts im Netz. Was davon bei Ihnen richtig ist, entscheidet nicht die Lizenz, sondern der Maschinenhersteller und die Frage, was auf dem Gerät passieren darf.

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Quellen

Stand dieser Angaben: 17.09.2026. Alle Quellen am 17.09.2026 gelesen. Das ist eine Einordnung der Herstellerangaben, keine Lizenzberatung. Welche Fassung Sie einsetzen dürfen, ergibt sich aus Ihren Verträgen und nicht aus diesem Text. Keine Rechtsberatung zu LTSC-Lizenzen.