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Server und Speicher

VMware wird teurer: was mit dem virtualisierten Firmenserver passiert

Sie haben eine Verlängerung für VMware vor sich, und der Betrag ist höher als beim letzten Mal. Oder Ihr Dienstleister rät zu einem Wechsel, und Sie wissen nicht, worum es dabei geht.

Hier steht, was ein virtualisierter Server ist, was Broadcom bei VMware geändert hat und welche vier Wege Ihnen bleiben.

Stand: 06.10.2026

Was ist ein virtualisierter Server?

Ein virtualisierter Server ist ein Server, der als Programm auf einem anderen Rechner läuft. Auf einem einzigen Gerät laufen so mehrere Server nebeneinander, jeder mit eigenem Windows und eigener Aufgabe. Das Programm darunter, das die Hardware aufteilt, heißt Hypervisor. VMware, Hyper-V und Proxmox sind drei solcher Programme.

Für Sie als Chef ist das die Stelle, an der die Rechnung hängt. Die Server für Dateien, Fachanwendung und Terminaldienst laufen weiter wie bisher. Bezahlt wird aber auch das Programm darunter, und genau dort hat sich bei VMware der Preis geändert.

Welches Programm bei Ihnen läuft, steht im Angebot Ihres Dienstleisters oder auf der Rechnung. Steht dort vSphere, ESXi oder vCenter, ist es VMware. Wie Virtualisierung und Terminaldienst zusammenspielen, steht unter Terminalserver und Virtualisierung.

Was Broadcom bei VMware geändert hat

Für Ihren Server haben sich bei VMware drei Dinge geändert. VMware gehört heute zu Broadcom. Am 11. Dezember 2023 hat das Unternehmen angekündigt, keine Kauflizenzen mehr zu verkaufen und nur noch Abonnements anzubieten. Eine Lizenz, die Sie einmal bezahlen und dann jahrelang nutzen, gibt es für neue Verträge seitdem nicht mehr.

Die zweite Änderung sind die Bündel. Viele Produkte gibt es nur noch als Teil von VMware Cloud Foundation oder VMware vSphere Foundation. Auf seiner Produktseite nennt Broadcom heute drei Ausgaben: vSphere Standard, vSphere Enterprise Plus und vSphere Foundation. Die kleinste, Standard, beschreibt Broadcom dort als Grundausstattung für Entwicklung und Test. Das frühere Paket für kleine Umgebungen, das Essentials Plus Kit, steht dort nicht mehr.

Die dritte Änderung ist die Zählweise. Abgerechnet wird je Prozessorkern, und je Prozessor werden mindestens 16 Kerne berechnet, auch wenn er weniger hat. Ein kleiner Server mit einem Prozessor und acht Kernen zahlt also für 16.

Eine kostenlose Ausgabe von ESXi gibt es seit April 2025 wieder. Broadcom schreibt dazu, dass sie ohne Support kommt, nicht für den Produktivbetrieb gedacht ist und sich nicht an vCenter anbinden lässt. Für einen Server, auf dem Ihr Betrieb arbeitet, scheidet sie nach dieser Beschreibung aus.

Was das für Ihre Rechnung heißt

Wer VMware heute neu kauft oder verlängert, schließt ein Abonnement mit Laufzeit ab. Nach der Laufzeit steht die nächste Verlängerung an, zu dem Preis, der dann gilt. Was Sie früher einmal gekauft haben, zahlen Sie jetzt jedes Jahr.

Eine alte Kauflizenz läuft weiter. Broadcom schreibt, dass die Server und die virtuellen Maschinen nach dem Ende des Supportvertrags normal weiterarbeiten und nichts abgeschaltet wird. Neue Updates bekommen Sie dann nicht mehr, Sicherheitskorrekturen nur noch für kritische Lücken bei vSphere 8. Eine Supportanfrage können Sie nicht mehr stellen. Bei der nächsten Verlängerung landen Sie im neuen Modell.

Wie viel teurer es wird, nennt Broadcom nicht öffentlich. In einer Umfrage unter 302 IT-Verantwortlichen größerer Unternehmen in Nordamerika berichteten 59 Prozent von Erhöhungen um 25 bis 49 Prozent (heise online, 27.02.2026). Für Ihren Betrieb zählt die Zahl in Ihrem Angebot, nicht die aus einer Umfrage.

Prüfen Sie in dem Angebot drei Dinge: die Zahl der berechneten Kerne, die Laufzeit und den Preis für die Zeit danach. Die Kerne Ihres Servers stehen in den Unterlagen vom Kauf oder in der Dokumentation Ihres Dienstleisters.

Vier Wege, und was jeder für Sie bedeutet

Bleiben. Sie behalten VMware und schließen das Abonnement ab. Nichts wird umgebaut, Ihre Sicherung und Ihre Fachanwendung laufen weiter wie bisher. Dafür zahlen Sie die neue Rechnung jedes Jahr, und über die nächste Erhöhung entscheidet Broadcom.

Wechsel auf Hyper-V. Hyper-V ist die Virtualisierung von Microsoft und steckt in Windows Server. Microsoft schreibt, dass dafür keine eigene Lizenz für den Hypervisor anfällt. Mit Windows Server Standard dürfen zwei virtuelle Server laufen, mit Datacenter beliebig viele. Wer ohnehin einen neuen Server mit Windows kauft, hat die Virtualisierung damit schon bezahlt. Was dabei Kerne und Zugriffslizenzen kosten, steht unter Server kaufen. Ihre vorhandenen virtuellen Server müssen dafür einmal umziehen. Das ist ein Projekt mit einem festen Termin, an dem die Server stehen.

Wechsel auf Proxmox. Proxmox Virtual Environment kommt von einer Firma aus Wien und ist quelloffen. Die Software selbst kostet nichts, und alle Funktionen sind ohne Abonnement frei. Bezahlt wird ein Abonnement je Prozessorsockel und Jahr, das den geprüften Update-Kanal und je nach Stufe den Hersteller-Support bringt. Die Zahl der Kerne spielt beim Preis keine Rolle. Für die Windows-Server darauf zählen die Kerne trotzdem, denn Windows Server wird je Kern lizenziert. Zum Umzug von VMware bringt Proxmox einen eigenen Import mit. Auch dabei wird jeder Server für den Umzug einmal abgeschaltet. Darunter läuft ein Linux und kein Windows, fragen Sie Ihren Dienstleister also, ob er damit arbeitet.

In die Cloud. Der vierte Weg ist, die virtuellen Server zu einem Anbieter zu geben, etwa nach Azure. Dann zahlen Sie monatlich für die Maschinen und brauchen keinen Hypervisor mehr im Haus. Ob das für Sie günstiger ist, entscheidet die Rechnung über den ganzen Zeitraum, mit Leitung und Lizenzen. Wie Sie die aufstellen, steht unter Cloud-Server oder eigener Server.

Welcher Weg passt, hängt daran, was auf dem Server läuft und wann die Hardware ohnehin fällig ist. Läuft darauf noch ein Windows Server 2016, kommt ein eigener Termin dazu, siehe Windows Server ohne Support. Läuft darauf eine Datenbank für die Branchensoftware, hat auch die ein Datum, siehe SQL Server ohne Support.

Was wir bei Ihnen tun

Wir sind die externe IT-Abteilung für Betriebe und Vereine im Raum Köln, die keine eigene haben.

Wir arbeiten hauptsächlich bei unseren Kunden mit Hyper-V oder VMware. Alles, was darum herum ist, können wir unterstützen. Hyper-V ist der Weg, den die meisten unserer Kunden gehen, und den kennen wir am besten. Wir betreuen Server im Haus, virtuelle Server und gemischte Aufbauten, und wir bauen die Virtualisierung selbst. Den Umzug von VMware auf Hyper-V haben wir bei Kunden schon gemacht. Vor einem Umzug klären wir mit dem Hersteller der Fachanwendung, ob sie auf dem neuen Weg freigegeben ist.

Wenn Sie eine Verlängerung oder ein Angebot vor sich haben, rufen Sie uns an. Im Erstgespräch sehen wir uns mit Ihnen an, was auf dem Server läuft. Welche Lizenz Sie heute haben, sehen wir mit Ihnen in den Unterlagen nach. Dann gehen wir die vier Wege mit Ihnen durch, und Sie entscheiden.

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Quellen

  • VMware by Broadcom, Blog End of Availability of Perpetual Licensing vom 22.01.2024, zuletzt geändert am 22.08.2024. Daraus die Ankündigung vom 11.12.2023, die beiden Bündel und der Support bis zum Ende des laufenden Vertrags.
  • Broadcom, Knowledge-Base-Artikel 313548 zum Zählen der Kerne, Stand 17.06.2026. Daraus die 16 Kerne je Prozessor als Mindestmenge und das Beispiel mit einem Prozessor und acht Kernen.
  • Broadcom, Knowledge-Base-Artikel 429208 zu Kauflizenzen nach Ende des Supportvertrags, Stand 12.02.2026. Daraus, dass nichts abgeschaltet wird, dass es aber keine Updates und keine Supportanfrage mehr gibt.
  • Broadcom, Knowledge-Base-Artikel 314603 zu kritischen Sicherheitskorrekturen, gelesen am 06.10.2026. Daraus, dass Kauflizenzen auch ohne Vertrag die Korrekturen für kritische Lücken bei vSphere 8 bekommen.
  • Broadcom, Produktseite zu vSphere, gelesen am 06.10.2026. Daraus die heutigen Ausgaben Standard, Enterprise Plus und Foundation, alle als Abonnement. Standard beschreibt Broadcom dort für Entwicklung und Test, und das Essentials Plus Kit führt die Seite nicht mehr.
  • Broadcom, Release Notes zu ESXi 8.0 Update 3e vom 10.04.2025. Daraus die kostenlose Ausgabe ohne Support, ohne vCenter und nicht für den Produktivbetrieb.
  • heise online, Bericht vom 27.02.2026 zur Umfrage eines Softwareanbieters unter 302 IT-Verantwortlichen. Fachpresse und nur als zweite Quelle, die Studie selbst ist nicht verlinkt. Broadcom nennt selbst keine Preise.
  • Microsoft Learn, Hyper-V in Windows Server und Windows (zuletzt geändert am 24.02.2026) und der Vergleich der Ausgaben (zuletzt geändert am 27.06.2025). Daraus, dass Hyper-V ohne eigene Hypervisor-Lizenz in Windows Server steckt, zwei virtuelle Server bei Standard und beliebig viele bei Datacenter. Dazu Microsofts Lizenzhinweise zu Windows Server 2025, gelesen am 06.10.2026. Daraus, dass Windows Server je Kern lizenziert wird.
  • Proxmox Server Solutions: Abonnements für Proxmox Virtual Environment mit dem Preis je Prozessorsockel und Jahr, allen Funktionen in jeder Stufe und dem Import aus ESXi. Dazu die Seiten Funktionen (quelloffen, Grundlage Debian), Über Proxmox (keine Lizenzkosten) und die Kontaktseite (Sitz in Wien). Dazu das Proxmox-Wiki Migrate to Proxmox VE, gelesen am 06.10.2026. Daraus, dass der Server für den Import abgeschaltet wird.

Stand dieser Angaben: 06.10.2026. Hier steht, was Broadcom, Microsoft und Proxmox an diesem Tag veröffentlicht hatten und was die Fachpresse zu Preisen berichtet. Was Ihre Lizenz heute erlaubt und was eine Verlängerung kostet, steht nur in Ihrem Vertrag und in Ihrem Angebot. Dieser Text ist keine Lizenzberatung im Einzelfall und keine Rechtsberatung.