Systembetreuung
Support-Ende: Was an dem Tag wirklich passiert
Windows, Office, der Server im Keller, die Firewall an der Wand. Für jedes davon gibt es ein Datum, an dem der Hersteller aufhört, Sicherheitslücken zu schließen.
Hier stehen die Termine, die gerade anstehen, und was an dem Tag wirklich passiert. Bei manchen ist das nämlich nichts.
Warum ein Support-Ende niemandem auffällt
Am Tag danach läuft alles weiter. Der Rechner startet, Word öffnet, der Server macht, was er gestern gemacht hat.
Was aufhört, sieht man nicht: Der Hersteller schließt keine Lücken mehr. Gefunden werden sie weiter, und ab dann steht die Beschreibung öffentlich im Netz, ohne dass es einen Patch dazu gibt.
Ein Support-Ende ist kein Ausfall. Es ist der Tag, ab dem jede neu gefundene Lücke offen bleibt.
Die Termine
Stand: 27.08.2026. Jede Zeile ist beim Hersteller nachgeschlagen, die Quelle steht daneben.
| Datum | Was endet | Was an dem Tag wirklich passiert | Quelle |
|---|---|---|---|
| 30.06.2026, vorbei | Sophos UTM und SG-Serie, End of Life | Der Tag ist vorbei. Wer eine gültige Lizenz hat, wird bis zu deren Ablauf weiter unterstützt, längstens bis zum 31.12.2026, je nachdem was zuerst eintritt. Wessen Lizenz vorher ausgelaufen ist, hat heute schon keinen Support. | Sophos |
| 13.10.2026 | Windows 10, verlängerte Sicherheitsupdates, Jahr 1 | Jahr 2 läuft bis zum 12.10.2027, Jahr 3 bis zum 10.10.2028. Beide sind kaufbar. Wer nichts kauft, bekommt danach keine Sicherheitsupdates mehr. | Microsoft |
| 13.10.2026 | Windows Server 2012 und 2012 R2, Jahr 3 der Verlängerung | Endgültig Schluss. Microsoft führt für diese Server genau drei Verlängerungsjahre, und das dritte endet hier. Ein viertes gibt es nicht, auch nicht gegen Geld. | Microsoft, Lebenszyklus und Microsoft, Fragen zur Verlängerung |
| 13.10.2026 | Office LTSC 2021, auch Professional Plus | Endgültig Schluss. Microsoft schreibt: danach keine technische Unterstützung, keine Fehlerbehebungen, keine Sicherheitsupdates mehr. Der Weg raus ist Microsoft 365 Apps oder Office LTSC 2024. | Microsoft |
| 13.10.2026 | Windows 11 24H2 in Home und Pro | Nur dieser Versionsstand endet. Die neueren laufen weiter, 25H2 bis zum 13.10.2027. Der Weg dorthin ist ein Funktionsupdate und kein Kauf. | Microsoft |
| 13.10.2026 | Windows Server 2022, Ende des Mainstream-Supports | Für Sie ändert sich nichts. Sicherheitsupdates für das Betriebssystem laufen bis zum 14.10.2031 weiter (Quelle). Microsoft 365 Apps auf so einem Server bleiben auf Version 2608 stehen und bekommen Sicherheitsupdates bis zum 10.10.2028 (Quelle). | zwei Quellen, jede am eigenen Satz |
| 10.11.2026 | Windows 11 23H2 in Enterprise und Education | Derselbe Fall wie bei 24H2 in Home und Pro, vier Wochen später. 25H2 läuft dort bis zum 11.10.2028. | Microsoft |
| 31.12.2026 | Sophos UTM und SG-Serie, letzter Tag der Nachfrist | Danach ist auch für Geräte mit laufender Lizenz Schluss. | Sophos |
| 12.01.2027 | Windows Server 2016, Ende des erweiterten Supports | Der letzte Tag mit regulären Sicherheitsupdates. Eine Verlängerung gibt es, aber nur unter einer Bedingung. Die steht weiter unten. | Microsoft |
Die erste Zeile ist mit Absicht noch da, obwohl der Tag vorbei ist. Termine, die abgelaufen sind, löschen wir hier nicht. Sie sind der Teil, bei dem sich Hinsehen am meisten lohnt, und wir schreiben dazu, was jetzt noch gilt.
Was Sie getrost liegen lassen können
Windows Server 2022. Am 13. Oktober endet der Mainstream-Support, also die Phase, in der Microsoft ein Produkt noch weiterentwickelt. Danach kommt die verlängerte Phase mit Sicherheitsupdates, und die läuft hier bis 2031. Microsoft 365 Apps auf so einem Server bekommen keine neuen Funktionen mehr, Sicherheitsupdates dafür laufen bis Oktober 2028. Für den, der davor sitzt, ändert sich an dem Tag nichts.
Windows 11 auf einem alten Versionsstand. 24H2 in Home und Pro, 23H2 in Enterprise und Education: Das ist ein kostenloses Funktionsupdate und ein Wartungsfenster. Auf einem gepflegten Rechner passiert das ohnehin von allein.
Wo die einfache Antwort falsch ist
Das sind die Stellen, an denen wir nachfragen müssen, bevor wir etwas zusagen können.
Bei Sophos zählt Ihr Lizenzdatum.
Unterstützt wird bis zum Ablauf Ihrer Lizenz oder bis zum 31.12.2026, je nachdem was zuerst eintritt. Wessen Lizenz im Sommer 2026 ausgelaufen ist, der hat heute schon keinen Support mehr. Das Modell auf dem Gerät reicht deshalb nicht, wir brauchen das Ablaufdatum der Lizenz. Und eine Firewall ohne Sicherheitsupdates wiegt schwerer als ein Arbeitsplatz ohne, weil sie genau das Gerät ist, das von außen erreichbar sein muss. (Quelle: Sophos)
Bei Windows Server 2016 ist Software Assurance Bedingung.
Verlängerte Sicherheitsupdates gibt es für Server 2016 über Azure Arc, sie decken die Zeit vom 12.01.2027 bis Januar 2030 ab (Quelle). Microsoft verlangt dafür Software Assurance oder ein gleichwertiges Server-Abonnement, und der Weg über einen Service-Provider-Vertrag, der bei Server 2012 noch offensteht, steht bei Server 2016 nicht zur Verfügung (Quelle). Wer seinen Server damals als Einzel- oder OEM-Lizenz gekauft hat und nie Software Assurance hatte, kann die Verlängerung nicht kaufen. Dann bleiben zwei Wege: umziehen, oder die Maschine in die Cloud holen. Das ist eine Prüfung in Ihrer Lizenzablage und keine Frage, die man am Telefon beantwortet.
Bei Windows 10 zahlt man ein übersprungenes Jahr nach.
Die verlängerten Sicherheitsupdates sind kumulativ: Wer in Jahr 2 einsteigt, bezahlt Jahr 1 mit. Dazu kostet jedes Jahr das Doppelte des Vorjahres, höchstens drei Jahre lang. Das Gerät muss auf Version 22H2 stehen, sonst geht es gar nicht. Für Betriebe gilt das Programm für Pro, Enterprise und Education. (Quellen: Microsoft zum Programm für Windows 10 und Microsoft zu den Editionen)
Bei einem Gerät, das ohnehin Windows 11 könnte, ist die Verlängerung nach kurzer Zeit teurer als der Umstieg. Sie ist die Antwort für die Geräte, die nicht können, also die, die an einer Maschine, einem Messgerät oder einer alten Fachanwendung hängen.
Warum manche Quellen den 14. Oktober nennen
In Microsofts Lebenszyklus-Tabellen steht als Enddatum der 14. Oktober 2026, 6:59:59 Uhr.
Im Klartext schreibt Microsoft an zwei Stellen den 13. Oktober: in der Ankündigung zu Office LTSC 2021 und in den Fragen und Antworten zur Verlängerung. Der letzte Tag mit Updates ist der 13. Oktober 2026. Wenn jemand mit dem 14. kommt, liest er die Tabelle und nicht den Text.
Was zur Wahl steht
Welcher Weg es wird, hängt am einzelnen Gerät.
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Nichts tun.
Wo nur ein Funktionsupdate ansteht oder wo der Support ohnehin weiterläuft, ist nichts zu entscheiden.
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Updaten.
Bei den Windows-11-Versionsständen ein Wartungsfenster, sonst nichts.
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Verlängerte Sicherheitsupdates kaufen.
Gibt es für Windows 10 und für Windows Server 2016, mit den Bedingungen von oben. Es ist eine Verlängerung und kein Ausweg: Der Termin kommt wieder, nur später und teurer.
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Umziehen oder tauschen.
Bei Windows Server 2012 und Office LTSC 2021 der einzige Weg, weil es dort nach dem Stichtag nichts mehr gibt.
Bei den Arbeitsplätzen lohnt sich vorher eine Prüfung. Manche Rechner zeigen Windows 11 nur deshalb nicht an, weil TPM oder Secure Boot im BIOS abgeschaltet sind. Das ist eine Einstellung und kein Neukauf. Was wirklich getauscht werden muss, steht danach als Liste da.
Was wir dabei machen, und wo unsere Grenze liegt
Auf unserer Seite zur Server-Wartung steht der Satz, dass wir Ihnen rechtzeitig sagen, wann ein Gerät an sein Ende kommt. Diese Seite ist der Teil davon, den Sie selbst nachlesen können.
Und in beide Richtungen: Wenn Ihr Server das noch zwei Jahre kann, sagen wir Ihnen das.
Eine Grenze gehört dazu. Ob ein Umzug klappt, entscheidet meistens nicht das Betriebssystem, sondern die Fachanwendung darüber. Wir betreuen Ihren Server, wir kennen aber nicht die Fahrpläne jeder Branchensoftware. Deshalb fragen wir vor einem Umzug beim Hersteller Ihrer Anwendung nach, bis wann er das darunterliegende System unterstützt. Vorher, nicht hinterher.
Stand dieser Angaben: 27.08.2026. Jede Zeile oben ist beim Hersteller nachgeschlagen und dorthin verlinkt. Wir sehen die Liste regelmäßig durch, wann zuletzt, steht in diesem Datum. Termine, die vorbei sind, löschen wir nicht, wir schreiben dazu, dass sie vorbei sind und was dann gilt. Hersteller ändern ihre Angaben trotzdem: Wenn bei Ihnen eine Entscheidung daran hängt, sehen Sie zusätzlich in der verlinkten Quelle nach.
Steht bei Ihnen etwas auf dieser Liste?
Wenn Sie nicht sicher sind, was bei Ihnen überhaupt läuft, ist das der Normalfall. Im Erstgespräch gehen wir durch, welche Geräte und welche Programme Sie haben. Am Ende steht eine Liste mit dem, was bei Ihnen läuft, und daneben das Datum.