Microsoft 365
Business Premium oder Business Standard
Der Unterschied zwischen den beiden Paketen kostet 6,93 € je Benutzer und Monat. So viel liegt zwischen 12,13 € für Business Standard und 19,06 € für Business Premium, beides im Jahresabo mit jährlicher Zahlung, netto, Stand 09/2026.
Stand: 21.09.2026
Im Monatsabo sind es 14,56 € gegen 22,87 €. Der Abstand wächst dort auf 8,31 €, weil beide Preise 20 Prozent höher liegen.
Wofür zahlen Sie das? Nicht für mehr Programme. Word, Excel, Outlook und PowerPoint sind in beiden Paketen dieselben. Microsoft führt Standard und Premium in der Dienstbeschreibung der Office-Programme sogar in einer einzigen Spalte.
Der Aufpreis bezahlt drei andere Dinge: die Verwaltung Ihrer Geräte, einen Virenschutz mit zentraler Auswertung und ein Mailarchiv, das mitwächst und Mails für den Streitfall festhält.
Wie die beiden zu den übrigen Paketen stehen, zeigt unsere Tabelle mit allen sechs Tarifen nebeneinander.
Was Premium zusätzlich enthält
Die Liste ist lang, aber für einen kleinen Betrieb zählen vor allem fünf Punkte.
Geräteverwaltung mit Intune. Damit lassen sich Laptops und Handys zentral einrichten und aus der Ferne von Firmendaten befreien. Wird ein Diensthandy gestohlen, löschen Sie die Firmendaten darauf, ohne die privaten Fotos des Mitarbeiters anzufassen.
Bedingter Zugriff. Damit legen Sie fest, wer von wo an Firmendaten kommt: etwa nur von verwalteten Geräten oder nur mit zweitem Faktor. Ohne diese Regel kommt jeder ins Postfach, der Kennwort und Code hat, von jedem Gerät der Welt.
Defender for Business. Microsoft beschreibt ihn als Schutz „vor Ransomware, Schadsoftware, Phishing und anderen Bedrohungen auf Geräten“ für Betriebe bis 300 Benutzer. Er enthält unter anderem Endpunkterkennung und Reaktion, automatische Untersuchung und eine automatische Angriffsunterbrechung.
Beweissicherung und Aufbewahrung. In der Exchange-Dienstbeschreibung stehen bei Basic und Standard vier Zeilen auf „Nein“, bei Premium auf „Ja“:
| Funktion | Basic und Standard | Premium |
|---|---|---|
| Exchange Online-Archivierung | Nein | Ja |
| Manuelle Aufbewahrungsrichtlinien, Bezeichnungen und Tags | Nein | Ja |
| Beweissicherung (Litigation Hold) | Nein | Ja |
| Verhinderung von Datenverlust (DLP) | Nein | Ja |
Ein Archiv, das mitwächst. Bei Standard ist das Archivpostfach 50 GB groß, und dann ist es voll. Bei Premium startet es mit 100 GB und wächst, wenn die automatische Erweiterung eingeschaltet ist, schrittweise bis 1,5 TB (Stand 09/2026).
Dazu kommen vier kleinere Punkte, die in der Dienstbeschreibung der Office-Programme mit dem Vermerk „Nicht verfügbar für Microsoft 365 Business Standard“ stehen. Das sind Desktopvirtualisierung, manuelle Vertraulichkeitsbezeichnungen, die Aktivierung auf gemeinsam genutzten Rechnern und das Sperren fremder Cloudspeicher.
Was das im Alltag heißt
Der Unterschied zum Windows-Defender, der auf jedem Rechner ohnehin läuft, liegt weniger in der Erkennung. Er liegt darin, dass jemand zentral sieht, was auf welchem Gerät passiert ist, und dass ein laufender Angriff automatisch unterbrochen wird.
Die Beweissicherung hält Mails fest, auch wenn ein Mitarbeiter sie löscht. Das ist der Unterschied zwischen „wir haben ein Archiv“ und „wir können belegen, was geschrieben wurde“.
Das mitwachsende Archiv wird dort wichtig, wo die Mailhistorie lang ist. Ein Betrieb, der seit zwanzig Jahren Pläne und Fotos per Mail verschickt, kommt mit 50 GB Archiv je Postfach nicht ewig aus.
Eine Grenze hat auch Premium. Server schützt Defender for Business nur mit zusätzlichen Lizenzen. Microsoft schreibt dazu, der Serverschutz „ist verfügbar, erfordert jedoch zusätzliche Lizenzen“.
Was der Aufpreis im Jahr kostet
Gerechnet im Jahresabo, netto, Stand 09/2026:
| Nutzer | Aufpreis Premium gegenüber Standard im Jahr |
|---|---|
| 1 | 83,16 € |
| 12 | 997,92 € |
| 25 | 2.079,00 € |
| 50 | 4.158,00 € |
Es gibt einen Zwischenweg, und der ist legitim. Defender for Business lässt sich zu Business Standard einzeln dazukaufen, für 2,60 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung.
Standard plus Defender kostet dann 14,73 € statt 19,06 €. Das sind 4,33 € weniger im Monat, 51,96 € je Nutzer und Jahr.
Was in dieser Kombination weiter fehlt, ist allerdings das meiste von oben: Intune, bedingter Zugriff, Beweissicherung, DLP, Vertraulichkeitsbezeichnungen und das mitwachsende Archiv. Wer nur einen besseren Virenschutz will, fährt mit dem Zwischenweg gut. Wer Geräte verwalten will, landet am Ende doch bei Premium.
Für die Mails gibt es einen zweiten Zukauf zum selben Preis. Die Exchange Online-Archivierung kostet ebenfalls 2,60 € je Nutzer und Monat im Jahresabo und lässt sich zu Business Standard dazunehmen. Damit kommen das Archiv, das bis 1,5 TB mitwächst, und die Beweissicherung dazu.
Standard mit Archiv liegt so bei 14,73 €, mit Defender zusätzlich bei 17,33 €. Beides bleibt unter den 19,06 € für Premium (Stand 09/2026). Was dann noch fehlt, sind vor allem Intune und der bedingte Zugriff, dazu DLP und die Vertraulichkeitsbezeichnungen.
Wann Standard reicht und wann nicht
Standard reicht, wenn alle drei Aussagen für Ihren Betrieb stimmen:
- Auf Firmendaten greifen nur Rechner im Büro zu, keine Handys und keine privaten Geräte.
- Kein Postfach ist auch nur in der Nähe von 50 GB Archiv.
- Es gibt keine Pflicht und keinen Streitfall, in dem Sie belegen müssten, was per Mail geschrieben wurde.
Sobald einer der drei Punkte kippt, lohnt es sich nachzurechnen. Für den zweiten und dritten reicht auch Standard mit dem Archiv-Zukauf. Kippt der erste, führt die Rechnung zu Premium, und auch dann nicht zwingend für alle. Premium für das Büro und Basic für die Werkstatt ist eine Mischung, die Microsoft ausdrücklich erlaubt, solange alle Business-Pakete zusammen unter 300 bleiben.
Was Sie selbst prüfen können
- Zählen, wie viele Geräte auf Firmendaten zugreifen, und wie viele davon private Handys sind.
- Im Admin Center das größte Postfach ansehen. Wer bei 80 GB liegt, hat mit dem 50-GB-Archiv von Standard ein Problem in Sicht.
- Mit dem Steuerberater klären, ob Aufbewahrungspflichten über den Mailverkehr laufen.
- Premium einen Monat testen. Microsoft bietet die Testversion an. Sie wandelt sich nach einem Monat automatisch in ein bezahltes Abo um, und für die Anmeldung braucht es eine Kreditkarte. Legen Sie sich das Enddatum in den Kalender.
Der Wechsel selbst ist unspektakulär. Microsoft beschreibt ihn als unterbrechungsfrei, er dauert bis zu einer Stunde, und die Daten bleiben.
Wenn Sie Premium nehmen, fängt die Arbeit erst an
Premium schaltet die Funktionen frei. Es richtet sie nicht ein. Intune verwaltet kein einziges Gerät, solange niemand festlegt, welche Regeln gelten, und der bedingte Zugriff greift erst, wenn jemand ihn anschaltet.
Genau diesen Teil übernehmen wir in der laufenden Betreuung: die Geräte aufnehmen, die Regeln setzen und die Warnungen von Defender lesen. Welche Aufgaben das im Einzelnen sind, steht unter Microsoft 365 bei unseren Leistungen. Wie Geräte, Virenschutz und Sicherung zusammenhängen, steht auf IT-Sicherheit.
Quellen
- Preise: die deutschen Produktseiten Business Standard und Business Premium, dazu der Vergleich aller Business-Produkte mit dem Preis für Defender und der Fußnote zur Testversion.
- Microsoft Learn: Exchange Online Dienstbeschreibung, Tabelle der Features, die nur einige Pläne haben, und die Speichergrenzwerte.
- Microsoft Learn: Dienstbeschreibung der Office-Anwendungen, Fußnote 8 mit den Punkten, die für Business Standard nicht verfügbar sind.
- Microsoft Learn: Übersicht Defender for Business mit dem Satz zum Serverschutz, dazu die Seite zu Business Premium.
- Microsoft Learn: Wechsel auf einen anderen Plan und Office 365 Plan Options zum Mischen von Plänen und zur Grenze von 300.
- Exchange Online-Archivierung, gelesen am 21.09.2026: die deutsche Produktseite mit dem Preis und die Dienstbeschreibung, für welche Pläne es sie gibt und was sie mitbringt.
Stand dieser Angaben: 21.09.2026. Gelesen am 17.09.2026, die Archivierung am 21.09.2026. Das ist eine Einordnung der Dienstbeschreibungen und Listenpreise von Microsoft, keine Rechtsberatung. Welche Aufbewahrungspflichten für Ihren Betrieb gelten, sagt Ihnen Ihr Steuerberater, nicht Ihr Lizenzvertrag.