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Microsoft 365

Umzug nach Exchange Online: der Ablauf ohne Mailausfall

Die gute Nachricht zuerst: Bei einem Umzug nach Exchange Online müssen keine Mails verloren gehen, und der Mailverkehr muss nicht stillstehen. Microsoft beschreibt alle gängigen Wege so, dass während der Übertragung weitergearbeitet wird.

Stand: 21.09.2026

Ganz ohne Unterbrechung geht es trotzdem selten. Es gibt zwei Stellen, an denen ein kleiner Betrieb etwas merkt, und beide lassen sich planen. Die erste ist das Outlook-Profil am Rechner. Die zweite sind öffentliche Ordner, falls es welche gibt.

Wer heute noch einen eigenen Exchange Server betreibt, hat zusätzlich eine Frist hinter sich. Exchange Server 2016 und 2019 bekommen seit dem 14.10.2025 keine Sicherheitsupdates mehr. Welche Produkte noch betroffen sind, steht in unserer Liste der Support-Enden.

Welcher Weg für einen kleinen Betrieb passt

Microsoft dokumentiert sieben Wege nach Exchange Online. Für einen kleinen Betrieb kommen vier davon in Frage:

Weg woher was Microsoft dazu sagt Outlook-Profil neu?
Cutover Exchange 2003 und neuer höchstens 2.000 Postfächer, empfohlen sind höchstens 150 ja
Express mindestens ein Exchange 2010, 2013 oder 2016 für weniger als 150 Postfächer ja
IMAP jedes Mailsystem mit IMAP, etwa beim Hoster nur Mails, höchstens 500.000 Elemente je Postfach ja
Google Workspace Google eigener Weg mit eigener Ausschlussliste ja

Zwei weitere Wege kennt Microsoft, sie passen aber nicht. Die gestaffelte Migration geht nur für Exchange 2003 und 2007. Hybrid ist für große Umgebungen gedacht.

Hybrid hat einen Vorteil, den die anderen nicht haben: Die Nutzer behalten ihr Outlook-Profil. Microsoft rät kleinen Betrieben trotzdem ausdrücklich davon ab: „hybrid comes with a hefty price in complexity“. Unter 2.000 Postfächern empfiehlt Microsoft „strongly“ Cutover oder die gestaffelte Migration.

Für einen kleinen Betrieb heißt das: Das Outlook-Profil wird neu angelegt. Das ist der Moment, an dem im Betrieb jemand greifbar sein sollte.

Was mitwandert und was nicht

Das ist der Teil, an dem ein Umzug gut oder schlecht wird. Je nach Weg bleibt etwas anderes zurück.

Beim Cutover wandern Mails, Kontakte, Kalender und Aufgaben mit, dazu Verteilergruppen mit ihren Mitgliedern. Sicherheitsgruppen wandern nicht mit, sie müssen vorher leer in Microsoft 365 angelegt werden. Stellvertreter auf Objekte, die nicht mit umziehen, müssen vorher entfernt werden.

Bei IMAP wandern nur Mails. Microsoft schreibt: „This type of migration doesn't migrate contacts, calendar items, or tasks.“

Kalender und Kontakte müssen also auf einem zweiten Weg rüber. Mails, die nach dem Umzug noch beim alten Anbieter ankommen, holt der Umzug nicht mehr nach.

Bei Google Workspace fehlen laut Microsofts eigener Liste Abwesenheitsnotizen, Raumbuchungen, geteilte Kalender und Kalenderfarben. Bei Kontakten kommen höchstens drei Mailadressen je Kontakt mit. Regeln wandern mit, sind danach aber ausgeschaltet.

Weiterleitungen müssen Sie vorher selbst festhalten. Für den Hybridweg schreibt Microsoft das ausdrücklich: Die Weiterleitung „isn't copied to Exchange Online“. Für die anderen Wege steht dazu nichts. Eine Liste vorher schadet also nie.

Öffentliche Ordner ziehen getrennt um, und hier entsteht echte Ausfallzeit. Microsoft empfiehlt, „a minimum of 48 hours of downtime“ für den letzten Abgleich einzuplanen. Die Nutzer, die auf die öffentlichen Ordner zugreifen, ziehen vorher um. Die Postfächer sind davon nicht betroffen, still stehen nur die öffentlichen Ordner.

Wie lange es dauert

Microsoft hat aus früheren Umzügen Richtwerte veröffentlicht. Die Zahlen nennen die Tage bis zum Abschluss je Postfach, einmal für den typischen Fall (Median) und einmal für den ungünstigen (90 von 100 sind bis dahin fertig). Stand 09/2026:

Postfachgröße Exchange, typisch Exchange, ungünstig IMAP, typisch IMAP, ungünstig
bis 10 GB1 Tag3 Tage1 Tag1 Tag
10 bis 50 GB2 Tage6 Tage1 Tag2 Tage
50 bis 100 GB4 Tage13 Tage1 Tag8 Tage
100 bis 200 GB10 Tage31 Tage3 Tage29 Tage
über 200 GB nicht unterstützt nicht unterstützt

Microsoft schreibt selbst dazu, jede Umgebung sei anders und die Werte könnten abweichen.

Parallel laufen standardmäßig 20 Postfächer. Ein Betrieb mit 20 Leuten zieht also in einem Durchgang um.

Die Größe allein entscheidet nicht. Microsoft: Ein 4-GB-Postfach mit 400 großen Anhängen zieht schneller um als eines mit 100.000 kleinen Mails. Eine instabile Leitung bremst mehr als eine langsame, und Angriffserkennung auf der Firewall bremst oft deutlich.

Eine Falle sieht aus wie Datenverlust und ist keiner. Aufbewahrungs- und Archivierungsregeln auf dem alten Server verschieben während des Umzugs Mails. Im Bericht erscheinen sie dann als fehlend. Microsoft nennt das „perceived data loss rather than actual data loss“ und rät „strongly“, diese Regeln vorher abzuschalten.

Die Umstellung im Netz

Damit neue Mails beim neuen Postfach ankommen, wird am Ende der MX-Eintrag Ihrer Domain umgestellt. Microsoft warnt: Ab diesem Moment kommen „ALL email“ für die Domain bei Microsoft 365 an.

Drei Regeln dazu stammen direkt von Microsoft:

  • Vorher die Wartezeit der Einträge absenken. Microsoft empfiehlt, die sogenannte TTL vor dem Umzug auf höchstens 3.600 Sekunden zu setzen, bei jedem MX-Eintrag.
  • Nach der Umstellung 72 Stunden warten. So lange kann es dauern, bis alle Mailsysteme draußen den neuen Eintrag kennen. Erst danach geht es mit dem nächsten Schritt weiter.
  • Genau ein SPF-Eintrag. Ihre Domain darf nur einen haben, mit höchstens zehn Abfragen. Danach kommen die DKIM-Einträge und zuletzt DMARC, schrittweise von „none“ über „quarantine“ zu „reject“.

Microsoft sagt zum letzten Schritt offen, dass dabei fast unvermeidlich auch echte Mails hängen bleiben können. Deshalb die Stufen. Warum diese Einträge darüber entscheiden, ob Ihre Mails im Spam landen, steht auf der Seite E-Mail-Probleme.

Nach dem Umzug

Lizenzen zuweisen. Ein migriertes Postfach ohne Lizenz wird nach 30 Tagen Übergangsfrist abgeschaltet. Welche Lizenz die Postfächer danach brauchen, steht in unserem Lizenzvergleich. Ob ein reiner Mail-Tarif genügt, klärt Exchange Online Plan 1 oder ein Business-Paket.

Autodiscover umstellen, intern und extern. Sonst sucht Outlook weiter beim alten Server.

Den alten Server nicht vorschnell abschalten. Werden die Benutzer aus einem Verzeichnis im Haus synchronisiert, lassen sich die meisten Eigenschaften nur noch dort pflegen. Microsoft empfiehlt dann, einen oder besser zwei Exchange Server für die Verwaltung stehen zu lassen.

Programme prüfen, die auf Exchange Online zugreifen. Microsoft schaltet die Schnittstelle EWS in Exchange Online ab 01.10.2026 stufenweise ab, endgültig am 01.04.2027. Nachfolger ist Microsoft Graph. Wenn eine Branchensoftware Kalender oder Mails über EWS abgleicht, fragen Sie beim Hersteller nach.

Der Ablauf zum Abhaken

  1. Postfachgrößen erheben. Über 100 GB ist ein Sonderfall, über 200 GB nicht unterstützt.
  2. Klären, ob öffentliche Ordner im Einsatz sind. Wenn ja, 48 Stunden Stillstand für diesen Teil einplanen.
  3. Weiterleitungen und Stellvertreterrechte als Liste sichern.
  4. Sicherheitsgruppen vorher in Microsoft 365 anlegen.
  5. Aufbewahrungs- und Archivierungsregeln auf dem alten Server abschalten.
  6. Die TTL der MX-Einträge auf 3.600 Sekunden senken, einige Zeit vor dem Umzug.
  7. Postfächer übertragen, während alle normal weiterarbeiten.
  8. MX-Eintrag umstellen und 72 Stunden warten.
  9. Outlook-Profile neu anlegen. Den Tag so legen, dass jemand dafür im Haus ist.
  10. Lizenzen zuweisen, Autodiscover umstellen, SPF, DKIM und DMARC setzen.

Wer den Umzug macht

Die Liste oben ist vollständig genug, um einen Umzug zu planen. Wie er am Umzugstag läuft, entscheidet sich an den Details dazwischen: an der Weiterleitung, die niemand kannte, und an der Branchensoftware, die über EWS spricht.

Wenn Sie das abgeben wollen, planen wir den Umzug mit Ihnen, ziehen um und kümmern uns danach um das neue Postfach. Wie es nach dem Umzug weitergeht, beschreibt der Abschnitt zu Microsoft 365 auf unserer Leistungsseite.

Den Umzug allein machen wir auch als Projekt, und über einen Festpreis dafür können wir vorher sprechen.

Kostenfreies Erstgespräch

Unverbindlich. Kostenfrei.

Oder rufen Sie direkt an: 0221 630615160

Quellen

Stand dieser Angaben: 21.09.2026. Dieser Ablauf gibt die Migrationsdokumentation von Microsoft wieder, Stand 09/2026. Er ist keine Rechtsberatung und keine Zusage für eine bestimmte Dauer. Wie lange Ihr Umzug tatsächlich braucht, hängt an Ihren Postfächern und Ihrer Leitung.