Ernstfall: Datenrettung

August 23, 2017 1:21 pm Veröffentlicht von

Was passiert, wenn bei Festplatten-Defekt Ihre Daten gerettet werden müssen?

In einem vorherigen Blogbeitrag haben wir Ihnen gezeigt, wie wichtig Backups sind und welche Folgen es mit sich ziehen kann, wenn Probleme mit Speichermedien auftreten.

 

Besonders für Firmen ist der Verlust von unternehmensrelevanten Daten unter Umständen katastrophal. Im Ernstfall besteht aber trotzdem noch Grund zur Hoffnung: Die Datenrettung. In diesem Artikel informieren wir Sie darüber, wie Datenrettungsmaßnahmen aussehen können und wie Sie sich durch die richtige Vorsorge optimal schützen können.

 



 

Wie funktioniert eine Festplatte?

Das gebräuchlichste Speichermedium ist nach wie vor das Festplattenlaufwerk (HDD). Bei einem solchen Hard-Disk-Drive werden, anders, als beispielweise bei dem Flash-Speicher eines SSDs (Solid-State-Drive), durch Magnetisierung die Daten berührungslos auf die Oberfläche rotierender Scheiben geschrieben. Durch das (ebenfalls berührungslose) Abtasten der Magnetisierung auf der Oberfläche werden die Informationen gelesen.

 

Wie speichert eine Festplatte Daten?

Durch die Formatierung einer Festplatte ist die organisierte Speicherung von Informationen möglich. Mit Hilfe eines Dateisystems wird dabei der Speicherplatz in Sektoren eingeteilt. Je Sektor werden Speichereinheiten von 512 Byte festgelegt, die wiederum vom Betriebssystem in größeren Blöcken (Clustern) gruppiert werden, um auch große Datenmengen effizient speichern zu können.
Informationen darüber, wo die Dateien abgelegt sind, entnimmt das Betriebssystem dem Hauptverzeichnis der Festplatte und der Dateizuordnungstabelle (File-Allocation-Table, FAT).
Im Hauptverzeichnis sind der Name, die Größe und das letzte Änderungsdatum der Datei vermerkt, sowie der erste Cluster der Datei. Sich an dem ersten Cluster orientierend, beginnt das Betriebssystem, die Datei ausfindig zu machen. Ist sie auf mehrere Cluster verteilt, entnimmt das Betriebssystem diese Information darüber aus der Dateizuordnungstabelle.
In neueren Betriebssystemen sind Hauptverzeichnis und FAT in einer Masterdatentabelle (Master File Table, MFT) vereint worden.

 

Fragmentierung

Beim Speichervorgang kann es passieren, dass eine Datei auf mehrere Cluster verteilt gespeichert wird. Auf einem Datenträger, bei dem das Beschreiben und Lesen zugelassen ist (beispielsweise der Festplatte auf einem Server oder in einem Rechner), finden ständig Lese-, Schreibe-, und Löschvorgänge statt. Es wird Speicher belegt, anderer wird wieder freigegeben. Dadurch verteilen sich die freien Speicherblöcke über die Festplattenabschnitte und Dateien, die mehrere freie Blöcke benötigen, werden somit verstreut abgelegt. Das für das Beschreiben verantwortliche Dateisystem beginnt mit dem ersten freien Speicherbereich und schreibt den Rest der Datei, sollte diese für einen Bereich zu groß sein, in den nächsten verfügbaren Speicherbereich. Das geschieht auch bei Dateien, die verlängert werden.
Da der Lesekopf der Festplatte auf der magnetisierten Oberfläche zum Auslesen so für eine Datei hin und her wandern muss, kommt es zu Verzögerungen, die bei einem höheren der Grad der Fragmentierung merkbar zur Verlangsamung des Systems führen können. Außerdem lassen sich verstreut gespeicherte Dateien schwieriger wiederherstellen.
Bei der Defragmentierung werden die Speicherabschnitte wieder geordnet und zusammenhängende Dateien nacheinander in den Abschnitten abgelegt.

 

Sind gelöschte Daten wirklich weg?

Wenn eine Datei gelöscht wird, verschwindet sie nicht einfach von der Festplatte. Vielmehr wird der Abschnitt des Speichers vom Betriebssystem als „frei“ oder „verfügbar“ markiert und kann somit für neue Dateien genutzt und überschrieben werden.
Das Betriebssystem kann die Dateien nicht mehr lokalisieren, vorhanden sind sie aber dennoch.
Möchte man Dateien wirklich nachhaltig entfernen, ist es notwendig, diese mehrere Male zu überschreiben. Alleiniges Formatieren reicht nicht aus. Vor dem Verkauf, Weitergeben oder Entsorgen von Speichermedien sollte man dies also immer im Kopf behalten.

 



 

Wie läuft Datenrettung ab?

Sofern kein physischer Schaden an der Festplatte vorliegt, gibt es Programme, die bei der Datenrettung eingesetzt werden können.

Viele dieser Programme orientieren sich beim Lokalisieren der gespeicherten Daten an der Masterdatentabelle: Der entsprechende Eintrag der gesuchten Datei wird ausfindig gemacht und kontrolliert, ob sich diese noch lesen lässt. Sofern die Datei noch nicht überschrieben wurde, lässt sie sich wiederherstellen.

Sind allerdings auch die Verzeichnisse (FAT oder MFT) der Festplatte zerstört, gelöscht oder überschrieben worden, lassen sich die zu rettenden Dateien nicht so einfach und schnell finden und wiederherstellen. In solchen Fällen wird Software benötigt, die die Verzeichnisse der Festplatte außer Acht lässt und sich stattdessen am Aufbau der Dateitypen orientiert. Die Software durchsucht die gesamte Festplatte und kann auf diese Weise die Dateien ausfindig machen.

 

Korrupte Dateien

Ein Betriebssystem belegt beim Speichervorgang nur so viele Cluster auf der Festplatte, wie es für die Datei benötigt. Wird beispielsweise eine Datei gelöscht und damit als „frei“ markiert, kann es sein, dass beim Überschreiben nur ein Cluster von mehreren belegt wird. Der Rest der Datei ist aber noch vorhanden. Da jetzt aber ein Teil der Datei fehlt, lässt sich diese nicht mehr vollständig wiederherstellen: Die Datei ist korrupt.

 

Physische Schäden

Besteht ein Schaden an der Hardware, ist die Datenrettung um einiges komplizierter:

Um weitere Schäden zu vermeiden, muss die Festplatte in einem sogenannten „Clean Room“, völlig frei von Schmutz oder Staub, mit speziellen Werkzeugen auseinandergenommen werden, um das Problem zu beheben.

 

Vorsorge

Regelmäßige Backups halten bei möglichem Datenverlust den Schaden so gering wie möglich.
Eine Festplatte von Zeit zu Zeit zu defragmentieren wirkt sich nicht nur positiv auf die Geschwindigkeit des Systems aus, sondern macht es Datenrettungsprogrammen im Ernstfall leichter, die wiederherzustellenden Dateien zu finden.

Ein Festplattenlaufwerk ist ein mechanisches Gerät, bei dem bewegliche Teile für den reibungslosen Betrieb verantwortlich sind. Gerade bei dauerhaftem Betrieb werden diese Teile sehr beansprucht. Dementsprechend ist eine regelmäßige Wartung und Kontrolle Ihrer Hardware besonders wichtig. Auf diese Weise wird möglichen Problemen und Defekten vorgebeugt und somit das Risiko für Schäden und den damit verbundenen Folgen verringert.

 

Kompetenter Service

Sie haben Fragen zum Thema IT und Datensicherung oder sind sich nicht sicher, in welchem Zustand Ihre Hardware ist? Rufen Sie uns an ( 0221 / 630 6151 60 ) oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir beraten Sie gerne und stehen Ihnen bei jeglichen Anliegen zum Thema IT zur Seite.

Sollte es bereits zum Ernstfall gekommen sein und Sie benötigen Hilfe bei der Rettung Ihrer Daten?
Zögern Sie nicht uns anzurufen und unsere Soforthilfe in Anspruch zu nehmen. Unsere Techniker werden sich umgehend um Ihr Anliegen kümmern und können umgehend feststellen, ob eine Rettung Ihrer Daten grundsätzlich möglich ist. Sollte dies der Fall sein, kann ein Spezialist die entsprechenden Maßnahmen zur Datenrettung durchführen.